„Eginwald“ zeugte sein erstes Kälbchen! Der 22.07.2009 gab großen Anlass zum Jubel. Unsere Wisentkuh „Fantasia“ brachte ein gesundes Kalb zur Welt. Die Kleine (noch ist nicht 100% klar, ob es sich auch tatsächlich um ein weibliches Tier handelt) wurde auf den Namen „Fasel“ (= junges Zuchttier) getauft und gibt endlich wieder allen Grund zur Hoffnung, denn Fasel ist das erste Kälbchen, dass seit dem Auftreten der Blauzungenkrankheit bei uns im Park geboren wurde. Zudem hat damit unser junger Stier Eginwald schon früh seine Potenz bewiesen, denn mit Fasel wurde er zum ersten mal Papa! Mit dem Ausbruch der Blauzungenkrankheit wurde unser Wisentbestand stark dezimiert. 12 Tiere starben bis eine Impfung das Überleben unserer letzten vier Tiere sichern konnte. Da unser alter Zuchtstier „Falco“, ein Prachtbulle mit exzellenter Genetik, für den weltweiten Bestand der Wisentzucht von großer Bedeutung wurde, gaben wir ihn schweren Herzens in eine große Wisentherde mit vielen Kühen nach Hardehausen ab. Im Gegenzug wurde „Eginwald“ als neuer Zuchtstier ausgewählt, der, trotz kleiner Statur, durch sein selbstbewusstes Auftreten und guten Körperbau überzeugte. Wir hoffen, dass auf Fasel noch viele Kälbchen folgen.
„Fasel“ muss mittlerweile nicht mehr alleine spielen! Auch unsere Wisentkuh „Falka“ hat am Sonntag, den 23.08.09 ein gesundes Kälbchen zur Welt gebracht, so dass es im Wildpark jetzt 2! Wisentkälbchen gibt. Damit hat der junge Stier „Eginwald“ eindeutig demonstriert, dass die Verführungskünste des eher jugendlichen Liebhabers durchaus auch eine erfahrene Leitkuh beeindrucken und zum gewünschten Ziel führen können. Es ist ziemlich viel los im Kinderzimmer der Wisente und Verfolgungsjagden (Laufspiele mit wechselnden Rollen) sind an der Tagesordnung.

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Aufgrund Ihrer Mithilfe ist der Bau eines Wisentstalles möglich geworden
Mit dem Aufbau eines Wisentstalles versuchen wir, die Behandlungsbedingungen für unsere Tiere zu verbessern. So können leichter Medikamente und ein hoffentlich in Zukunft entwickelter Impfstoff verabreicht werden. Nur mit gesunden Tieren wird es uns gelingen, wieder Zuchterfolge zu erzielen und die Herde neu aufzubauen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Spendern, Sponsoren und natürlich dem Förderverein des Wildparks, die die Umsetzung des Projekts möglich gemacht haben.
Blauzungenvirus rafft Wisente dahin
Das Wildtier des Jahres 2008 ist extrem gefährdet und braucht unsere Hilfe!
Schon einmal ist der Europäische Wisent nur knapp der "Ausrottung" entgangen.
Damals gehörte der Mensch zum "Feind Nummer eins" dieser hünenhaften Wildtierart. Der letzte "deutsche" Wisent in freier Wildbahn wurde 1755 von einem Wilderer im damaligen Ostpreußen erlegt. Die übrigen Wisente in Polen und im Kaukasus fielen nach dem ersten Weltkrieg der hungrigen Bevölkerung zum Opfer.
Aus etwa einem Dutzend Tiere gelang es Tiergärten, Zoos und Wildparken wieder einen Bestand aufzubauen. Rund 3.000 Tiere leben in Europa und Russland. Die Art konnte erst einmal gerettet werden.
Heute lässt ein kleines "Mini-Insekt" die Sorge um das imposante Waldrind wachsen. Gnitzen - Stechmücken der Gattung Culicoides - übertragen beim Blutsaugen das für Menschen ungefährliche aber für Wiederkäuer ansteckende Blauzungenvirus. Die wilden und ursprünglichen Rinderarten erweisen sich als besonders anfällig. Tierärzte und Pfleger stehen der Krankheit bisher machtlos gegenüber.
Im Wildpark "Alte Fasanerie" leben von 16 nur noch 4 Wisente.
Auch der Wisentbestand in der "Alten Fasanerie" hat unter der Tierseuche gelitten. Von ehemals 16 haben nur vier Tiere überlebt. Weitere Verluste sind nicht ausgeschlossen.
Gemeinsam haben der Förderverein und HESSEN-FORST als Träger des Wildparks dieser Krankheit den Kampf angesagt. Es soll nichts unversucht gelassen werden um die Art zu erhalten. Das Überleben und die Zucht in den von Menschen geführten Wildparken könnte zum zweiten Mal in der Geschichte entscheidend für die Arterhaltung sein.
Der Wisentstall wurde der Öffentlichkeit am 19.05.2009 vorgestellt.
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