Forstmuseum Alte Fasanerie


 
Direkt am neuen Wildparkeingang lädt das Forstmuseum die Besucher zu einer Stippvisite ein. Finanziert wurde der moderne Holzbau von den Fördervereinen des Wildparks und des Forstmuseums, von der Stadt Hanau, dem Landkreis Main-Kinzig, dem Land Hessen und einer Reihe Sponsoren.
Das als Niedrigenergiehaus konzipierte Gebäude bietet eine Gesamtausstellungsfläche von rund 270 Quadratmetern und ist mit moderner, umwelt- und ressourcenschonender Haustechnik (Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen auf dem Dach, Holzhackschnitzelheizung, Regenwasserzisterne) ausgestattet.„Interaktive Stationen laden Kinder und Erwachsene zum Mitmachen und Ausprobieren ein.                                                                                             

Ausstellung "Wald im Märchen"

Impression_Eröffnungsveranstaltung

Im Dezember wurde unsere Ausstellung "Wald im Märchen" eröffnet.
In Kooperation mit dem Förderverein des Forstmuseums entstand eine informative und sehenswerte Darstellung des gewählten Themas. Dabei mussten sich die Initiatoren schon sehr beschränken, denn Wald und Märchen gehört in Deutschland in vielen Märchen zusammen. Aber auch in anderen Kulturkreisen wird diesem Thema immer wieder Raum eingeräumt.

Die Tafeln sind so aufgebaut, dass die Bilder und Texte alle Altersgruppen einladen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ein besonderes Highlight ist das Logo der Tafel, dass von dem 13-jährigen Lukas Köhl aus Jügesheim entworfen wurde. Dabei erinnern übereinandergesetzte Tiersilhouetten von Hirsch, Wildschwein, Fuchs und Hahn an die wohlbekannte Tiergruppe aus den Bremer Stadtmusikanten.

Einleitungstafel

Wer das Forstmuseum zurzeit besichtigt, kann sich im Ausstellungsbereich "Von der Saat bis zur Ernte" einen Überblick über die historische Waldarbeit verschaffen. Werkzeuge aus längst vergangenen Tagen und Fotos von einst belegen, wie schwer die Arbeit im Wald früher war. Ein Blick auf die gewichtige Zweimannsäge reicht aus, um das Ausmaß der körperlichen Anstrengung beim "Holz machen" in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts nachempfinden zu können. Über 30 Kilogramm bringt die erste Motorsäge auf die Waage; immerhin das acht- bis zehnfache Gewicht einer modernen Einmannsäge heute.

Eine Waldarbeitermannschaft (Anfang letztes Jahrhundert)

Im Ausstellungsbereich „Von der Saat bis zur Ernte“ kann das alte Handwerkszeug besichtigt werden

Lange Zeit waren die Menschen auf die Rohstoffe des Waldes angewiesen; ihr Leben und ihre Existenz hingen vom Holz ab. "Hölzernes Zeitalter" wird der Zeitraum vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert aus diesem Grund auch genannt. Die Ausstellung "Historische Waldnutzungen" informiert über die vielfältigen Waldgewerbe, die häufig zu einer regelrechten Ausbeutung und Übernutzung der heimischen Wälder führten.
Bereits um 1800 gab es daher in vielen Teilen Deutschlands eine große Holznot. Dies ist die Geburtsstunde der geregelten Forstwirtschaft.
Im "Historischen Försterzimmer" des Forstmuseums lernen Besucher das wichtigste Handwerkzeug sowie die Walduniform eines preußischen Forstmeisters aus dem 19. Jahrhundert kennen.

Die Forst- und Waldgeschichte ist nicht alleine Inhalt und Thema des Forstmuseums, das sich eine praxisgerechte Waldpädagogik und Umweltbildung, auf die Fahne geschrieben hat. Für Schulklassen, Kindergärten, Familien und andere interessierte Gruppen besteht im Rahmen von thematisch abgestimmten Führungen und Veranstaltungen die Möglichkeit, nicht nur die Wildtiere im Park, sondern auch den Wald und seine wichtige Bedeutung für uns Menschen über alle Sinne und vor allem spielerisch kennen zu lernen.

Foto von Forstmeister Fenner in preußischer Walduniform (Oberförsterei Wolfgang von 1889 bis 1914).

Ein Förster im 19. und frühen 20. Jahrhundert hatte andere Aufgaben zu bewältigen als ein „moderner“ Förster heute. Ein großes Thema damals waren Waldfreveltaten, zu denen z. B. der Holzdiebstahl, aber auch die Wilderei zählte. Diese Straftaten und Verstöße gegen die herrschende Ordnung waren häufig aus der Not der armen Menschen geboren. Allein 1855 wurden im Großherzogtum Hessen 151.813 Anzeigen von Waldfreveltaten gemeldet. Auf die Bevölkerung umgerechnet bedeutet dies, dass fast jeder Fünfte gegen das Forststrafgesetz verstieß. Man kann sich leicht vorstellen, dass der Förster als Aufpasser und Anzeiger und als Vertreter der unbeliebten Obrigkeit ein schlechtes Image bei einem Großteil der Bevölkerung einnahm.

Informationen zum Forstmuseum und den Veranstaltungen erhalten Sie unter der Rufnummer 06181-61833010.